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Klartext · 6 Min. Lesezeit

Versteckter Knoblauch: Wo er in deiner Küche steckt

Candaces eigene Gewürzwand, von vorne: ein heller Holzrahmen an einer weissen Wand mit zwei Drahtgestellen zu je vier Tablaren, acht Gläser pro Tablar. Die meisten Gläser tragen ein rundes schwarzes Etikett, gedruckt oder von Hand beschriftet und meist auf Deutsch: Garam Masala, Nelken, Zimt, Sternanis, Kurkuma, Kreuzkümmel, Sumach, Lorbeer, Liebstöckel, Majoran, Thymian, Rosmarin und zuunterst ein Tablar mit Chilis von Ancho Chili bis Urfa Biber. Auf einem der obersten Tablare sind die meisten Gläser stattdessen auf Papierstreifen beschriftet.
jedes Glas mit Namen — und genau darum geht es

Wenn du einen Reizdarm hast oder Knoblauch nicht verträgst, lernst du als Erstes: Knoblauch muss nicht als Knoblauch angegeben sein.

Er versteckt sich hinter «Gewürze», hinter «natürliches Aroma», hinter «mit Knoblauch aromatisiertes Öl», hinter «Allium». Er steckt in Salatsaucen mit der Aufschrift «Italienische Kräuter». In Bouillonwürfeln, die völlig harmlos aussehen. In Premium-Gewürzmischungen «ohne Knoblauch», die Knoblauchverbindungen enthalten, gewonnen mit anderen Verfahren.

Das ist das still Zermürbende am Kochen mit Unverträglichkeiten: Detektivarbeit, jedes Mal, wenn du ein Etikett überfliegst.

Warum ist Knoblauch bei Reizdarm so wichtig?

Knoblauch enthält Fruktane, eine Art von FODMAP (Fermentable Oligosaccharides, Disaccharides, Monosaccharides and Polyols, auf Deutsch vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie Zuckeralkohole). Der Dünndarm kann Fruktane nur schwer aufnehmen. Gelangen sie in den Dickdarm, vergären die Darmbakterien sie. Dabei entstehen die Gase, Blähungen, Krämpfe und Verdauungsbeschwerden, die für viele Menschen den Reizdarm ausmachen. Das gilt, ob du eine ganze geröstete Knoblauchknolle isst oder Knoblauch als konzentrierten Extrakt zu dir nimmst. Die Moleküle lösen dieselbe Reaktion aus. Welche Menge Beschwerden auslöst, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche vertragen kleine Mengen Öl, das mit Knoblauch aromatisiert ist (die FODMAPs im Knoblauch sind wasserlöslich, nicht fettlöslich, darum enthält ein solches Öl weniger Fruktane als frischer Knoblauch). Viele vertragen es nicht. Die sicherste Annahme: Wenn du empfindlich auf Knoblauch reagierst, geh mit allen Formen vorsichtig um.

Wo versteckt sich Knoblauch auf dem Etikett?

Die offensichtlichen Namen: Knoblauch, Knoblauchpulver, Knoblauchsalz, Knoblauchflocken, getrockneter Knoblauch, Knoblauchextrakt, Knoblauchöl, mit Knoblauch aromatisiertes Öl. Die weniger offensichtlichen: Zwiebel (verwandte Fruktanstruktur), Allium (die Pflanzenfamilie), Lauch, Schnittlauch, Schalotte, Lauchzwiebel, Frühlingszwiebel und jede davon als Pulver, Flocken, Öl oder Extrakt. Am schwersten zu erkennen: «Gewürze» als einzelne Zutat (darf rechtlich Knoblauch enthalten, ohne dass er weiter angegeben wird); «natürliches Aroma»/«natürliche Aromen» (kann Verbindungen aus Knoblauch enthalten); «Hefeextrakt» (enthält manchmal Spuren von Knoblauch); «Kräutermischung»/«Würzmischung» (dasselbe Problem wie bei «Gewürze»); «Bouillonkonzentrat» (enthält meistens Knoblauch).

In welchen Produkten versteckt sich Knoblauch am ehesten?

Nach Häufigkeit: 1. Fonds, Bouillons und Bouillonpasten. 2. Salatsaucen und Würzsaucen. 3. Fertiggerichte und tiefgekühlte Fertigprodukte. 4. Chips und salzige Snacks. 5. Cracker und salziges Gebäck. 6. Marinaden und Saucen. 7. Würzmischungen «Italienische Kräuter» oder «Mediterran». 8. Manche Markenprodukte «ohne Knoblauch», die natürliches Aroma als Umweg verwenden.

Was solltest du im Supermarkt tun?

Die ehrliche Antwort: Gewöhn dir an, die Zutatenliste jedes Mal zu lesen, auch bei Produkten, die du schon gekauft hast. Marken ändern ihre Rezepturen. Lieferanten wechseln. Die Version «ohne Knoblauch», die du letzten Monat gekauft hast, ist diesen Monat vielleicht still und leise durch eine mit «natürliches Aroma» ersetzt worden. Steht auf dem Etikett nur «Gewürze», ohne weitere Angaben, und du bist unsicher, frag beim Hersteller nach. Die meisten beantworten direkte Fragen zu einzelnen Zutaten. Wenn dir jemand nicht sagen will, was in «Gewürze» steckt, ist auch das eine Information. Für Produkte, die immer wieder in deinem Küchenschrank stehen, such dir Marken, die jede Zutat einzeln nennen. Das ist nicht nur eine Frage des Vertrauens. Es ist eine praktische Notwendigkeit, wenn du mit Unverträglichkeiten lebst.

Was StellaVie anders macht

Bei jeder Mischung von StellaVie ist auf dem Etikett jede Zutat genannt. Keine Sammelbezeichnung «Gewürze». Kein «natürliches Aroma». Wenn eine Mischung Sumach, Bohnenkraut und Petersilie enthält, stehen genau diese Wörter auf dem Etikett, so wie die Zutaten im Glas sind. Die Marke gibt es, weil die Gründerin Candace es leid war, in ihrem eigenen Küchenschrank Detektivarbeit zu leisten. Jedes Glas ist die Antwort auf die Frage: «Was ist da eigentlich drin?»

Mit dem Label Reader von StellaVie kannst du jede Zutatenliste einfügen und sie auf versteckten Knoblauch, Zwiebel und häufige Allergene prüfen.